Scentbar

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Scentbar

Auf der Gamescom habe ich mir auch ein neues Stück Hardware angesehen - oder besser geschnuppert. Mit der Scentbar können Spiele nicht nur auf Augen und Ohren, sondern auch auf die Nase einwirken. Entwickler Zestum zeigte in Köln einen Prototypen ihrer neuen Hardware.

Die Scentbar ist ein längliches Kästchen, welches unter den Bildschirm gepackt wird. Darin finden mehrere Kapseln mit Gerüchen ihren Platz. Hinter diesen ist jeweils ein kleiner Lüfter angebracht, der für die Verteilung der Düfte sorgt. Die Intensität kann man am PC in einer eigenen App individuell einstellen. Der Clou dabei: die Scentbar "schaut" uns beim Spielen zu und wertet das Bild aus. Laufen wir durch den Wald, dann riecht es angenehm nach Natur. Kommen wir an ein Lagerfeuer, dann riecht es auf einmal verbrannt. Durch diese Technik ist es nicht notwendig, dass der Entwickler sein Spiel auf Geruchserlebnis hin optimiert.

Für einen Teil der Präsentation verwendete man ein Video. Somit kann die Scentbar auch das Erlebnis im Heimkino wandeln. Aktuell laufen gerade Versuche mit der PlayStation 5. Hier wird die Scentbar zwischen Konsole und Monitor geklemmt. Theoretisch funktioniert das dann auch vollautomatisch. Meine Frage, wie man denn dort dann die Scentbar konfiguriert, konnte noch nicht beantwortet werden. Die PC-App speichert die Konfiguration auf dem Computer und nicht in der Scentbar selbst. Das scheint mir ein gravierender Designmangel zu sein, denn so kann man die Einstellungen auch nicht an einem anderen Gerät vornehmen und dann an der Konsole verwenden.

Ganz billig ist das Geruchsvergnügen auch nicht. Die Scentbar selbst kostet 300 Euro, die Kapseln mit Gerüchen schlagen mit 40 Euro zu Buche. Da die Gerüche durch Luft übertragen werden, neigen die Kapseln über die Zeit zum ausrauchen. Je intensiver und stärker der Geruch, desto schneller verliert er sich. Hier wäre ein Mechanismus wünschenswert, der die Kapseln bei Nichtnutzung einschlie0t und so das ausrauchen unterbindet.

Ich durfte meine Nase in alle aktuell verfügbaren Kapseln stecken.. Manche sind sehr angenehm, andere eher penetrant chemisch. Es gibt auch Gerüche für Dinge, die eigentlich nach nichts riechen. Hier wurde mir das Beispiel Schnee demonstriert. Der riecht in Wirklichkeit nach nichts, ist ja schließlich gefrorenes Wasser. Was man mir da unter die Nase hielt roch extrem süßlich, viel zu intensiv und chemisch. Das war leider ein totaler Reinfall. Jedenfalls für meine Nase. Denn unser Geruchsorgan ist bei jedem anders justiert. Manche riechen besonders gut, andere weniger oder gar nicht. Daher sollte man auf alle Fälle vor dem Kauf dieser Hardware unbedingt mal probeschnüffeln.

Mein Ersteindruck

Wer schon immer mal den Big Mighty Poo (Conker) in all seiner Glorie erleben wollte, hat damit endlich die Möglichkeit. Alternativ geht man aber einfach auf mal aufs Klo und entlässt ihn in die Freiheit. Dann riechts auch und man spart sich das Geld für die Scentbar. Aber im Ernst: für mich blieben viel zu viele Frage offen, die Zestum eigentlich in der Konzeptphase der Scentbar schon hätte beantworten müssen. Daher bleibe ich aktuell eher skeptisch eingestellt, ob das Produkt wirklich ein komplett neues Spielerlebnis ermöglichen kann.

Scentbar von Zestum

für: PC (Windows) und PlayStation 5
Preis: 299 € (Gerät), 39 € (Duftkapsel)
Link: Offizielle Webseite