Outbound

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Outbound

Was macht man in der Postapokalypse? Na, einen Roadtrip in unserem umgebauten Camper mit Elektroantrieb. Jedenfalls in Outbound. Doch bevor wir uns ins Abenteuer stürzen müssen wir über die Preisgestaltung sprechen.

Genauer über den Preis einer Konsolenversion, nämlich den für die Switch 2. Ich habe mir diese in physischer Version bestellt und gleichzeitig noch eine "normale" Switch-Version für eine Arbeitskollegin mitbestellt. Da viel es natürlich sofort auf, dass die Version für die Switch 2 einfach mal 10 Euro mehr kostet. Warum? Der Inhalt ist doch identisch. Da habe ich dann mal nachgefragt, aber keine Antwort bekommen. Schade. Laut Pressemitteilung sollte der Aufpreis auch für die digitale Version gelten. Als ich aber die Preise für diesen Artikel recherchiert habe, waren diese einheitlich bepreist. Offenbar scheint man einen teilweisen Rückzug vollzogen zu haben. Das macht es aber nur noch schlimmer, denn so kostet die physische Version das Doppelte.

Die Frechheit dabei: die Version sieht keineswegs besser aus, als die von Switch, PS5, Xbox oder PC. Und sie unterstützt auch keine Besonderheiten der Switch 2, ist also im Prinzip die selbe Version wie auf allen anderen Plattformen. Offenbar vertritt man die Meinung, wer eine Switch 2 hat, der kann uns doch einfach mal etwas mehr Kohle über die Theke schieben. Klappt ja bei Nintendo auch.

Der Denkfehler dabei: Nintendo-Spiele sind exklusiv, da hat man keine andere Wahl und/oder Vergleich. Bei Multiplattformtiteln schon. Und Hersteller, die die Abzocke so offensichtlich machen, landen schnell auf der schwarzen Liste. Das ist schade, denn Outbound ist ein Spiel, dass das wirklich nicht verdient/nötig hat.

Machen wir uns also auf ins Abenteuer. Einen letzten Hinweis zur physischen Version hätte ich aber noch: da ist nämlich der Schulbus-DLC enthalten. Der ist mit auf der Disc/Cartridge, muss also nicht heruntergeladen werden. Damit kann man bei der Fahrzeugwahl auch einen amerikanischen Schulbus wählen. Wer digital kauft muss dafür extra bezahlen (3 €). Brauchen tut man den aber nicht.

Beim Spielstart wählen wir unseren Camper, passen ihn an und machen das dann auch mit unserem Alter-Ego im Spiel. Danach geht's dann aber endlich los und wir starten direkt hinter dem Lenkrad. Nach kurzer Strecke blockiert eine defekte Schranke unsere Weiterfahrt. Hier zeigt uns das Spiel wie das mit dem Crafting so funktioniert, wo und wie man Baupläne bekommt und wie man ein Lager aufschlägt. Danach sind wir dann aber auch auf uns alleine gestellt und dürfen uns frei durch die Spielwelt bewegen.

Natürlich gibt es ein paar Survival-Elemente, die uns ständig nach Rohstoffen suchen lassen. So braucht der Camper Strom, den wir durch einen Recycler gewinnen. Erinnert sich wer an die DeLorean-Zeitmaschine in die Doc Brown im zweiten Film einfach Müll einfüllt um nachzutanken? Nun, genau das machen wir mit unserem Camper auch. Wir selbst sollten uns ab und an auch was in den Mund schieben, damit wir gesund bleiben. Das alles ist nichts wirklich neues, aber Outbound verbindet die Spielelemente zu einem wohligen Gesamtbild und bringt dann auch noch unsere (echten) Freunde ins Spiel.

Ganz recht, es gibt einen Mehrspielermodus in dem wir gemeinsam mit Freunden in einem Camper reisen können. Auf Konsole braucht man dafür ein Abo des jeweiligen Online-Dienstes, weshalb ich das nicht ausprobieren konnte. Da außer mir niemand im Bekanntenkreis Outbound spielt, fehlen wir auch geeignete Mitstreiter. Ich denke, dass sich das nicht recht viel anders spielen wird, als das Solo-Abenteuer. Vermutlich wird man halt manches schneller erreichen, wenn man zusammenarbeitet. Und spaßiger dürfte es in jedem Fall sein.

Technisch ist Outbound so eine Sache. Die Grafik ist spartanisch doch irgendwie auch hübsch und stimmig. Am Soundtrack kann man echt nichts aussetzen. In meiner Box lag dafür übrigens eine Download-Code bei. Ist auch das Einzige was man außer der Cartridge bzw. Disc da drinnen findet. Das Spiel stellt niemanden vor eine Herausforderung. Es ist ziemlich entspannt und man kann sogar im Menü die Mini-Spielchen ausschalten. Ich wünschte mir, diese Option gebe es in allen Spielen. Die Steuerung funktioniert gut, allerdings ist das Fahrverhalten des Campers sehr schwammig und unpräzise. Da Outbound aber auch kein Rennspiel ist, kann man das dem Spiel durchaus verzeihen.

Meine Meinung

Outbound ist ein gemütlicher Ausflug in die Postapokalypse. Das macht Spaß und ist durchaus spielenswert. Lediglich der Preis für die physische Version ist angesichts deren Ausstattung nicht okay - und das man Switchern einen Zehner mehr dafür aus der Tasche zieht eine Frechheit!

Outbound von Square Glade Games

für: PC (Windows), PlayStation 5, Switch 1/2 und Xbox Series X|S
Preis: 24,99 € (digital; alle Systeme), 39,99 € (PS5, Switch), 49,99 € (Switch 2)
Link: Spiel bei Steam und im Nintendo eShop