Life is Strange: Reunion

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Life is Strange: Reunion

Ich habe es jetzt doch getan und mir Life is Strange: Reunion gekauft. Bekommen habe ich was, ich schon vermutet habe: ein Spiel für Fans, welches es echt nicht gebraucht hätte. Schon beim direkten Vorgänger war alles auf den Fan ausgerichtet. Der will hat wieder Max und Chloe aus dem ersten Spiel, weil das einfach das beste der Reihe ist. So denkt man, von Max und Chloe drinnen sind, ist wohl auch der Erfolg garantiert.

Das Original stammt von DONT NOD, denen Square Enix die Reihe aber inzwischen weggenommen hat und stattdessen Deck Nine gegeben hat. Warum? Nun der zweite Teil konnte nicht mehr an den Erfolg des Ersten anknüpfen. Das lag aber weniger am Spiel (das war solide), sondern einfach daran, das man neue Charaktere ins Spiel gebracht haben, die nicht jedem gefallen wollten. Zudem hat man sich mit sehr ernsten Thematiken beschäftigt,. Manche haben ihn aber auch einfach deshalb ignoriert, weil da Max und Chloe nicht vorkommen. Für DONT NOD war aber die Geschichte von Max und Chloe aus erzählt.

Man will die Marke aber zweifellos weiter melken, denn sonst hat man ja eine großen westlichen Reihen mehr im Angebot. Also musste zunächst Max und jetzt auch Chloe wieder zurückkehren. Doch letztere ist ja tot. Jedenfalls bei meinem Ende, denn ich habe mich für Arcadia Bay entschieden.

Kein Ding, durch die Ereignisse im letzten Spiel hat Max mehrere Realitäten miteinander verschmolzen und schwupp - Chloe lebt! Sie plagen aber Alpträume von Ereignissen aus den anderen Realitäten. Deshalb macht sie sich auf dem Weg um Max an deren Universität zu besuchen. Die ist aber gerade in New York und das Spiel beginnt mit ihrer Rückkehr von dem Event im Großen Apfel. Doch bei ihrer Rückkehr steht die Universität in Flamen und sieh reist als Konsequenz wieder in ein Bild zurück. Das Bild stammt kurz vor der Abreise am Freitag, was uns also nur wenig Zeit gibt, die Ursache der Brände zu ermitteln und sie letztlich zu verhindern.

Vor dem Spielbeginn können wir unsere Entscheidungen wählen. Auf die wird dann in den Dialogen eingegangen. Ansonsten hat das aber keine Auswirkung auf dem Spielverlauf. Ich war da schon ein wenig ernüchtert, denn gerade die Entscheidungen im ersten Teil waren ja durchaus schwerwiegend. Nun werden sie entwertet und fast schon bedeutungslos. Das ist echt nicht gut.

Max und Chloe drehen sich in ihren Dialogen ständig im Kreis. Auf Dauer ist das echt ermüdend. Das Spiel gaukelt und auch vor, dass wir selbständiger und freier agieren können als in den Vorgängern. Ist aber nicht war. Was wir tun können und auch müssen, ist jede Szene bis in den letzten Winkel abzusuchen, wenn wir alle Beweise für unsere Ermittlung finden wollen. Nur wenn wir das machen, bekommen wir auch das beste Ende zu sehen.

Technisch bewegt sich das Spiel auf dem Niveau von Life is Strange: Double Exposure. Das ist natürlich nicht schlecht und auch eigentlich nicht anders zu erwarten, bedenkt man, dass die Spiele mit wenig Abstand erschienen sind. Deshalb ist es dann umso verwunderlicher, dass der neueste Teil nicht auch für die Switch erschien. Die Portierung hat man sich gespart und neben dem PC lediglich PS5 und Xbox unterstützt.

Die Grafik ist passabel, die Szenen aber teilweise sehr beeindruckend und stimmig. Man mehr schon, dass man sich hier viel Mühle geben hat. Und wie bei jedem Life ist Strange trägt natürlich der Soundtrack einen großen Teil zur gelungenen Atmosphäre bei. Die Steuerung ist gut und kann frei bearbeitet werden. Auch lassen sich diverse Inhaltsfilter ein- bzw. ausschalten und es gibt sehr viele Möglichkeiten das Spielerlebnis an eigene Bedürfnisse anzupassen. Auf technischer Seite gibt es eigentlich keinen Grund zur Beschwerde.

Bevor ich zum Ende komme, muss ich noch einen Blick auf den Preis werfen. Ganze 50 Euro hat das Spiel gekostet. Das ist schon am oberen Limit für so ein Spiel. Double Exposure hat das zwar auch schon gekostet, aber da hatte ich das Glück im Sale die Deluxe Edition für knapp 2 Euro unter dem Preis der Standard Eidtion zu bekommen. Die Deluxe-Klamotten habe ich nicht verwendet, aber immerhin 2 Euro gespart. Selbstverständlich gibt es auch hier wieder unterschiedliche Editionen. Doch diesmal wird mehr als deutlich, dass das rein zur Gewinnmaximierung dient und keinerlei Mehrwert für den Spieler bietet. Den Klamottenwechsel hat man nämlich wieder abgeschafft. Dafür hat man hier definitiv keine Zeit, schließlich brennt die Bude...

Meine Meinung

... sollte eigentlich schon aus dem Text hervorgehen. Ich finde Life is Strange: Reunion für den absolut schlechtesten Teil der Reihe und nicht mal den Fans von Max und Chloe zu empfehlen, denn er entwertet deren Abenteuer aus dem ersten Teil zur Bedeutungslosigkeit. Man merkt, hier sollte Fanservice betrieben werden mit minimalsten Aufwand. Ich denke, die Reihe ist damit auch durch und erledigt.

Life is Strange: Reunion von Deck Nine

für: PC (Windows), PlayStation 5 und Xbox Series X|S
Preis: 49,99 € (Standard Edition)
Link: Spiel bei Steam und im Xbox Store