Incantation
Chinesischer Horror. Wer sich schon immer mal asiatisch gut gruseln wollte, der ist bei Incantation ziemlich gut aufgehoben. Das Spiel hat viel Schock-Momente, ist ziemlich verstörend und leider auch mal richtig geschmacklos.
Spielerisch handelt es sich um einen Walking Simulator. Wir folgen dem Weg, lauschen den Gedanken unserer Protagonistin, führen selten mal eine Unterhaltung und arbeiten uns durch die Geschichte. Die beginnt auf dem Beifahrersitz eines Autos. Am Steuer sitzt ein Mann und am Armaturenbrett knackt ein Funkgerät. Wir sitzen also in einem Polizeiwagen. Warum? Nun, unsere Tochter ist verschwunden und der Polizist am Steuer der einzige, der willens ist, uns bei der Suche zu helfen. Doch natürlich kommt alles anderes als geplant. Nach einen Autounfall sind wir nämlich erstmal auf uns alleine gestellt.
Das an sich klingt schon spannend. Incantation ist aber ausschließlich auf Chinesisch vertont. Deshalb muss man also Untertitel lesen. Die sind auf Deutsch oder Englisch, aber die Übersetzung lässt bei beiden den Einsatz von maschinellen Tools vermuten. Manche Sätze wollen einfach keinen Sinn ergeben bzw. würden so von niemanden gesagt. Aber das Problem mit den Untertiteln ist, dass man sich auf diese konzentriert und so die Handlung im Bild in den Hintergrund rückt. So haben manche Schocker bei mir nicht funktioniert, weil ich auf den Text konzentriert war. Und das ist leider nicht so gut. Somit dürfte Incantation hier im Westen auf wenig Liebe treffen. Aber vielleicht reicht man ja doch noch eine englische Tonspur nach...?!
Gespielt wird natürlich in der Egoperspektive, was ich nur mehr in sehr kurzen Sessions ertrage. Folglich bin ich also auch nie tief in das Setting und die Handlung eingetaucht. Daran trägt Incantation allerdings keine Schuld. Die Grafik ist düster, nett und manchmal übertrieben geschmacklos. Das müsste nicht sein, denn Schocker und Grusel funktionieren auch ohne ganz gut. Bei der Akustik beschränkt man sich auf dezente Geräusche, denn bei Horror ist weniger ja doch eher mehr. So lauscht man schon mal ob man da nicht doch was hinter einem gehört hat. Musik gibt es kaum und was man hört, passt meiner Meinung nach leider nicht so ganz zum Spiel. Aber das ist wohl auch Geschmacksache.
Die Steuerung ist simpel, schließlich bewegt man sich ja nur durch einen engen Schlauch, der selten breiter wird und uns auch mal zum Erkunden auffordert. Ab und an müssen wir auch Aufgaben lösen, damit es im Spiel weiter geht. Die sind aber sehr simpel und dürften niemanden vor Probleme stellen.








Meine Meinung
Eigentlich ist Incantation kein schlechtes Horror-Erlebnis. Es stehlt sich aber selbst oft ein Bein und der Mangel an einer englischen Vertonung erschwert dem Zugang zum Spiel doch sehr. Folglich kann ich es wohl niemanden guten Gewissens empfehlen. Wer aber vom trashigen westlichen Grusel genug hat und mal über seinen Tellerrand blicken will, der kann ja mal eine Blick wagen...
Incantation von EastAsiaSoft
für: PC (Windows), PlayStation 5, Switch und Xbox Series X|S
Preis. 19,99 € (Switch), 24,99 € (Xbox)
Link: Spiel im Nintendo eShop und im Xbox Store