Games Gaudi in München
Am vergangenen Wochenende fand die GG Bavaria in der kleinen Olympiahalle in München statt. Drei Tage lang gab es viel Programm, tolle Indie-Spiele, Sturmtruppen, Prinzessinnen und Roboter zu bestaunen und natürlich auch viel von und für Kreative.
Das Event richtet sich natürlich hauptsächlich an ein junges Publikum. Die Pixelspieler gehörten definitiv zu den Senioren und wurden von manchen auch schief angesehen. Was will denn der Alte Sack mit seiner Seniorengruppe hier? Haben die sich verlaufen? Nein, haben wir nicht! Auch wenn unsere Knochen ächzen, die Sehkraft nachlässt und unsere Reflexe schon vor Jahren in den Ruhestand gingen: wir lieben Spiele - und Spiele sind zeitlos.
Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich einiges geändert. Videospiele gab es nur an einem zentralen Gemeinschaftsstand zu sehen. Individuelle Auftritte, wie letztes Jahr u. a. von GIANTS und Aesir Interactive haben komplett gefehlt. Das ist schade, denn dadurch hat sich das Geschehen zu sehr auf den Gemeinschaftsstand konzentriert und dort war besonders am Samstag und Sonntag kein Durchkommen mehr. Der Geräuschpegel in der Halle hat Unterhaltungen mit den Ausstellern quasi unmöglich gemacht. Auch nahm es der Veranstaltung ein wenig an Flair, denn es war halt auch keine Abwechslung und Überraschung geboten.
Vermisst haben wir auch die Retro-Ecke. Die Kreativen wurden aus der Halle verbannt und mussten sich im Eingangsbereich neben der Garderobe einen Platz suchen. Da sind wir zuerst dran vorbeigelaufen und erst als wir sie gesucht haben, sind sie uns dort aufgefallen. Ich denke, dass das nicht nur uns so ging und deren Geschäft durch die Deplatzierung schon zu leiden hatte. So erreichte man aber, dass es in der Halle breitere Gänge gab, die auch nötig waren.
Vor der Halle hat man ein paar Bierbänke und -tische aufgestellt und damit erstmals eine Zone geschaffen, in der sich die Besucher mal hinsetzen und ausruhen konnten. Auch konnte man dort seine mitgebrachte Brotzeit verzehren. Wer nichts dabei hatte, der konnte sich nur übertrieben teure und extrem fettige Pommes holen. Wenigstens hat man an anderer Stelle nachgebessert und zumindest Kaffee verfügbar gemacht. Das man dort auch nicht anonym mit Bargeld zahlen konnte, machte einen Verzicht für uns reicht einfach.
Der Karrierebereich wanderte vom Nebenraum in die Halle. Dort kann man sich bei Hochschulen über die Ausbildung in der Games-Branche informieren. So waren die nun mitten im Geschehen, mussten aber auch gegen den Lärm ankämpfen. Ob das so gut war? Hinter der Hauptbühne verstreckten sich ein paar Tische an denen man neue Brett- und Kartenspiele ausprobieren konnte. Da wären wir gerne länger sitzen geblieben, denn da waren ein paar kurzweilige und nette Spielideen dabei. Auf der Bühne fand immer mal wieder Programm statt, aber natürlich war das nichts für Alte Säcke mit ihrem Seniorenausflug.
Mit den Kindern spielten wir dann "Cosplay raten". Wie das ausging, könnt ihr euch vermutlich denken. Einzig bei der Kategorie "Star Wars" konnten die Senioren punkten. Die Kinder konnten uns aber zu fast jedem Charakter etwas erzählen und wir alle waren uns einige: die Kostüme waren allesamt großartig! Am Sonntag fand dann ein offizieller Cosplay-Catwalk statt. Da waren wir aber nicht mehr dabei, denn wir mussten wieder nach Hause.
Ebenfalls am Sonntag wurde n die GG Awards verliehen. Der Publikumspreis ging an Memory Forge Games für ihr Spiel Incredibug. Weitere Gewinner waren A Webbing Journey, Imprinted und OrbiTower. Wir waren aber besonders von Horses of Hoofprint Bay angetan. Die beiden Frauen von thogli Games hatten nämlich einen Sattel-Controller am Stand und stachen damit definitiv aus der Masse hervor. Simone spielt gerade die Demo und wird sicherlich in den kommenden Tagen ein paar Worte dazu verlieren.
Die GG Bavaria ist sicherlich ein Erlebnis, aber die Veranstalter haben noch sehr viel Arbeit vor sich, bevor man mit der Konkurrenz in Berlin und Hamburg gleichziehen kann. Für nächstes Jahr wünschen wir uns eine größere Halle in der mehr Platz für alles ist und die auch besser zugänglich ist, denn in die kleine Olympiahalle führen viel zu viele Stufen...