Weihnachtslektüre
Alle Jahre wieder führt mich im Weihnachtsurlaub der Weg an den Zeitschriftenkiosk am Bahnhof. Dort blättere ich dann durch einige Hefte und kaufe mir auch das eine oder andere. Dieses Jahr habe ich nur zwei mitgenommen: das Retro Gamer Sonderheft "Die 90er Jahre" und die aktuelle M!Games 388 mit dem Jahresrückblick 2025. Begleitet mich im Folgenden durch die beiden Hefte.
M!Games 388
Wie immer hat die M!Games viele interessante Artikel zu bieten. Besonders interessant fand ich den Testbericht zu Metroid Prime 4: Beyond, der das krasse Gegenteil zu dem ist, was ich in aktuelle Podcast zum Spiel gehört habe und mein eigener Eindruck ist. Dazu leset ihr dann in ein paar Tagen in meiner Kritik zum Spiel mehr. Das war aber nicht das einzige Mal, wo meine Eindruck weit ab von dem liegen sollte, was man bei der M!Games lesen kann. Anno 117: Pax Romana ist alles andere als Super. Es ist ziemlich durchschnittlich und hat deutliche Mängel. Doch darauf geht man überhaupt nicht ein. Vermutlich hat man sich da auf die Ausgaben von Ubisoft verlassen, dass das alles Day 1 gefixt würde. Nun, wurde es nicht...
CloverPit hat man lediglich 69 Punkte gegeben und mit einer 1/4-Seite abgespeist. Ein paar Seiten weiter hat man Dark Quest 4 74 Punkte gegeben. Offenbar hat man deren Wertungen vertauscht. Winter Burrow hat man mit 64 Punkten abgestraft, was ich nicht nachvollziehen kann. Das Spiel war Ulrich vermutlich zu cosy und casual - oder er mag einfach keine Mäuse?! Bei Rue Valley kommen Steffen und ich schon eher zusammen. Das hat 69 Punkte bekommen. Bei mir ergibt das aber immer noch ein gutes Spiel, für Steffen eher durchschnittliche Kost. Auf der Import-Seite geht es dann um Parfüm, panierte Hähnchen und Ketchup. Okay...
Das Beste hebt man sich ja bekanntlich bis zum Schluss auf und so bildet der Jahresrückblick 2025 dann den Abschluss der Ausgabe. Darin geht es nicht nur um die Spiele, sondern auch um die wichtigen Branchenereignisse und neue Hardware. Sehr lesenswert.
Retro Gamer: Die 90er Jahre
Ein letztes Exemplar des Sonderhefts hatte man noch vorrätig, wohl weil es nicht mehr in ganz so gutem Zustand war. Ich habe es mir dann doch mitgenommen, obwohl der Preis von 20 Euro weit über dem liegt, was ich für Zeitschriften bereit bin auszugeben. Es macht aber auch eher den Eindruck wie ein Softcover-Buch und außerdem ist es ja eine Sonderausgabe. Das Heft ist aufgemacht wie eine alte Power Play, man testet darin Spiele von früher wie früher.
Ich bin ja schon lange der Meinung, dass es ziemlicher Schwachsinn ist Spiele zu bewerten. Die M!Games hat mich in diesem Urteil nun noch mehr bestätigt. Wenn man alte Spiele heute neu bewertet, dann muss man da sehr viele Aspekte bei berücksichtigen. Stattdessen dampft man es hier aber auf den persönlichen Eindruck runter und vergibt wahllos Zahlen. Da wäre es viel besser gewesen, diese komplett zu streichen. Mir ist schon klar, dass man die zum Vergleich mit den damaligen Wertungen heranziehen möchte. Aber auch das ist ziemlich schwachsinnig, schließlich entstanden diese damals unter heute nicht mehr reproduzierbaren Bedingungen und Eindrücken.
Trotzdem ist das Sonderheft eine schöne Reise durch die Spiele meiner Kindheit, wobei es da aber viele Lücken gibt. Ist schon klar, dass man einfach nicht alle Spiele berücksichtigen kann. Und das es für den einen mehr Lücken geben wird als für den anderen, dürfte auch einleuchten, schließlich sind die Geschmäcker ja verschieden. Trotzdem fehlen mir ein paar Titel, die eigentlich vor anderen genannt hätten müssen. Statt der Wertung hätte ich mir übrigens einen Kasten mit Informationen gewünscht, wie man denn die Spiele heute am besten noch spielen kann und ein Hinweis auf evtl. Wiederveröffentlichungen. Diese Infos muss man leider selbst recherchieren, wenn einem der Artikel Lust auf das Spiel gemacht hat.
Ihr merkt schon: ich hatte mir etwas anderes von der Sonderausgabe versprochen. Eher eine Zeitreise und Hommage an die 90er Jahre, als schnöde Spieletests. Wenn ich die lesen will, dann hole ich den Karton mit alten Power Plays vom Speicher., denn nichts ist besser als das Original.