The End of History

The End of History

In diesem Spiel haben NPCs ihren eigenen Willen und die Welt lebt auch ohne den Spieler. Jedenfalls wird damit geworben. Tatsächlich ist in The End of History genauso viel (oder wenig) Eigenleben drinnen, wie ihn anderen Strategiespielen auch. Gewürzt wird das mit etwas Rollenspielelementen, aber auch das ist ja nun schon lange nichts neues mehr. Allerdings war ich sehr gespannt, wie ein japanischer Entwickler mit westlicher Fantasy umgeht. Tatamibeya hat da durchaus gute Arbeit geleistet, kann aber den fernöstlichen Ursprung nicht verleugnen.

Das Spiel ist eine Art offener Sandkasten, in dem wir einen Charakter spielen und ihn entweder zum Herrscher formen oder als namenloser Wanderer durch die Welt streifen. Das erinnert stark an Crusader Kings III, wo wir ja auch eine Dynastie aufbauen. Dort tun wir dies aber ausschließlich in Statistiken und auf einer Weltkarte. Hier zoomen wir deutlich näher an unseren Charakter heran, was unseren Überblick stark einschränkt und man sich eher auf Dinge im direkten Umfeld konzentriert, als das größere Ganze.

Das bedeutet aber nicht, dass der Strategieteil weniger umfangreich daher kommt. Und auch die Einflüsse anderer NPCs kann gravierende Auswirkungen auf unser Leben haben. Letztlich entscheiden wir aber deutlich direkter über unser Schicksal, als wir es bei unserer Herrscherfamilien in Crusader Kings III tun. Auch entwickeln wir so eine deutlich engere Bindung zu unserem Charakter.

Auseinandersetzungen wohnen wir auch direkter bei und steuern unser Heer wie bei Age of Empires VI über den Bildschirm. Allerdings merkt man hier schon, dass der Entwickler offenbar zu viel wollte und sich mit den ganzen Mechaniken deutlich übernommen hat. Strategie und Taktik sind komplett nutzlos, es zählt einfach wer mehr Männer auf das Schlachtfeld führt, der gewinnt auch. Vielleicht hätte man das besser auch so wie in Crusader Kings III gelöst, wo die Kämpfe einfach nach festen Plan ausgewürfelt werden und gar keine Schlachtoptik bietet.

Technisch ist The End of History durchaus gelungen. Das Geschehen sehen wir aus einer Isoperspektive, die uns immer wieder die wunderschöne Landschaft bestaunen lässt. Auch die Menüs und Statistiken sind ansprechen und übersichtlich gestaltet. Allerdings wird man wie bei großen Vorbild auch mit viel zu vielen Werten quasi erschlagen. Wer sich nicht in das Spiel einarbeitet und dafür ein paar langweilige Stunden verbringt, der wird nie zu dem Teil vordringen, der dann echt einigen Spielspaß bereit hält. Gerade bei Schlachten bricht aber die Leistung deutlich ein, obwohl die keinesfalls aufwendiger aussehen als bei Age of Empires IV, welches auf dem gleichen System flüssig und ohne Leistungsspitzen läuft. Zur Bedienung braucht man Maus und Tastatur, mit dem Controller will keine Freude aufkommen. Sprachausgabe gibt es keine, die Texte muss man auf Englisch, Chinesisch oder Japanisch lesen. Deutsch und andere Sprachen werden nicht unterstützt.

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Meine Meinung

The End of History befindet sich aktuell noch im Early Access, weshalb ich mein Urteil noch nicht in Stein meißeln möchte. Es hat einige Dinge die es interessant und gut macht, aber auch viele Schwächen und offene Baustellen, die noch Fragen aufwerfen. Allerdings scheint der Entwickler durchaus fleißig dabei zu sein, diese auszubügeln und auch noch weiteren Inhalt zu liefern. Auch gibt es eine kostenlose Demo, mit der man das Spiel auch erstmal ausprobieren kann. Ich bin also dem Spiel durchaus wohlwollend zugetan.

The End of History von Tatamibeya

für: PC (Windows) bei Steam
Preis: 27,- € (Early Access)