Star Trek Voyager: Across the Unknown

Star Trek Voyager: Across the Unknown

Leider haben wir von Daedalic Entertainment keinen Key bekommen, so dass wir uns vorab nicht spielen konnten. Ich bin auch nicht sofort dazu gekommen, mir das Spiel zu kaufen, so dass ich euch erst jetzt was zum Spiel erzählen kann. Ursprünglich hatten wir geplant, dieses Artikel in Kooperation zu Schreiben. Frank hat nämlich Star Trek Voyager nie gesehen und hätte so das Spiel aus gänzlich anderer Perspektive bewerten können. Ich bin Trekkie durch und durch und habe damals keine Folge der Serie verpasst. Wäre sicherlich interessant gewesen zu lesen, aber wir haben leider nicht das Geld dafür es uns nur dafür doppelt zu kaufen.

Star Trek Voyager: Across the Unknown ist ein Strategiespiel auf Basis der Reise der USS Voyager durch den Delta-Quadranten. Wir schlüpfen in die Rolle von Captain Kathryn Janeway und treffen Entscheidungen, die den Ausgang unserer Reise bestimmen werden. Dabei braucht man sich nicht strikt an das Vorgehen aus der TV-Serie zu halten und kann so eine ganz andere Reise erleben.

Das Spiel beginnt mit dem Aufbruch des Raumschiffs in die Badlands, wo es von einer Energiewelle erfasst und in den Delta-Quadranten geschleudert wird. Das sorgt für ein paar Dellen im neuen Raumschiff, so dass wir also erstmal Schäden reparieren und die Schiffsysteme wieder in Betrieb nehmen müssen. Das geht natürlich nur, wenn wir entsprechende Rohstoffe sammeln. Praktischerweise haben die Planeten im System mehr als genug davon zu bieten.

Wir haben also Basisbau und Erkundung als Spielgrundlagen. Dazu kommen Story-Missionen, die die Handlung des Spiels vorantreiben und Nebenmissionen, die Auswirkungen auf Personal, Schiff und Reise haben können. Aber auch in der Handlung haben alle Entscheidungen deutliche Auswirkungen. So wurden bei mir nicht Torres und Kim vom Caretaker entführt, sondern Chakotay und Paris. Das hat aber noch keinen größeren Auswirkungen, denn die erste Mission ist quasi das Tutorial des Spiels und verläuft sehr linear.

Im Verlaufe der ersten Mission stoßen die Maquis, Neelix und Kes zur Crew der Voyager hinzu. Während die Mannschaft des Schiffs eine Art Ressource ist, sind die Brücken-Crew quasi unsere "Helden", die wir indirekt steuern und auf Außeneinsätze schicken können. Auch kann man sie einzelnen Abteilungen im Schiff zuweisen, damit diese produktiver Arbeiten und die Moral steigern.

Wer die Serie gesehen hat, der weiß natürlich, dass im Delta-Quadranten quasi in jeder Ecke Gefahren lauern und sich Auseinandersetzungen nicht immer mit spitzer Zunge lösen lassen. Doch für solche Fälle hat die Voyager ja Phaser und Photonentorpedos. Letztere sind allerdings endlich, sofern wir nicht die Technologie erforschen, mit der wir sie selbst herstellen können.

Die Handlung des Spiels wird in viel Text präsentiert. Den muss man selbst lesen, denn vertont wurden nur wenige Szenen. Dafür hat man sich sogar ein paar bekannte Stimmen ans Mikrofon geholt. Letzteres hat man aber offenbar in der Ramschkiste vom Elektromarkt gefunden, denn die Qualität ist absolut unterirdisch. Ich kann schon verstehen, dass sich ein kleines Indie-Team aus Hamburg keine komplette Vertonung leisten kann und sich auch nicht die A-Riege an Schauspielern leisten kann. Aber wenigstens hätte man die Leute in ein ordentliches Tonstudio für die Aufnahme schicken können.

Jedenfalls bekommt man sehr viel zu lesen. Dabei wurden die Ereignisse der einzelnen Folgen jeweils auf das absolute Minimum zusammen gekürzt. Das ist ihnen aber erstaunlich gut gelungen. Ich hatte nie den Eindruck etwas wesentliches zu verpassen oder etwas nicht zu verstehen. Nach 30 Jahren habe ich auch nicht mehr alle Details aller Folgen im Kopf. Tatsächlich erinnere ich mich eigentlich nur mehr an die grundsätzliche Reise und an die Highlights und epischen Momente, wie z. B. das erste Auftreten der Borg. oder die Reise des Doktors durch ein Alien-Relay zurück in den Alpha-Quadranten. Oh und natürlich Spezies 8472 und natürlich Lt. Reginald Barclay (Dwight Schultz). Er war der einzige Charakter, der in allen drei Serien und den Filmen der TNG-Era auftrat.

Ich habe mir das Spiel für die Switch 2 in der Deluxe-Variante gekauft. In der bekommt man Zugriff auf neue potentielle Crew-Mitglieder, ein paar weitere Missionen und neue Technologien. Brauchen tut man das freilich nicht, aber die 10 Euro mehr gönne ich als Fan den Entwicklern natürlich. Gesehen habe ich von den zusätzlichen Inhalten noch nichts, kann also nicht sagen, ob sich das lohnt. Ansonsten läuft das Spiel auf der Switch 2 flüssig und funktioniert auch im Handheld-Modus recht gut. Allerdings ist es für einen großen Bildschirm designt und bietet dort eine bessere Übersicht und die Texte sind auch angenehmer zu lesen. Außerdem kann man so mit dem Pro-Controller spielen., denn das ist einfach angenehmer. Im Vorfeld habe ich aber auch die Demo aus der Xbox gespielt und zu dieser keine grafischen oder sonstigen Unterschiede feststellen können.

Meine Meinung

Als Fan finde ich Star Trek Voyager: Across the Unknown natürlich fantastisch. Und auch der Spieler in mir ist ziemlich begeistert vom gelungen Gesamtwerk eines kleinen Indie-Teams. Da kann man dann auch ein paar kleinere Schwächen verzeihen. Nur die versemmelten Tonaufnahmen trüben ein wenig das Spielvergnügen. Auf allen Plattformen kann man sich übrigens eine sehr umfangreiche, kostenlose Demoversion installieren und sich so selbst einen Eindruck vom Spiel verschaffen.

Star Trek Voyager: Across the Unknown von Gamexcite

für: PC (Windows), PlayStation 5, Switch 2, Xbox Series X|S
Preis: 39,99 € (Standard), 49,99 € (Deluxe)
Link: Offizielle Webseite