Metroid Prime 4: Beyond
Das Internet ist sich einig: Metroid Prime 4: Beyond ist wohl ein Griff ins Klo. Der Artikel zum Spiel im der aktuellen M!Games 388 scheint da ein gänzlich anderes Spiel zu meine. Wie kann es sonst sein, dass man es super gut findet und 87 Punkte dafür hergibt?! Der Alte Sack hier sitzt wie oft genau dazwischen und erzählt euch nun, was man wirklich vom dem Spiel zu halten hat.
Ich bin ja ziemlich neu bei Nintendo dabei und habe folglich bislang kein Metroid Prime intensiv gespielt. Deshalb habe ich wohl auch einen ziemlich unvoreingenommenen Blick auf das Spiel. Er ist auch ziemlich unvorbereitet gewesen, denn ich habe auch eher einen 3D-Plattformer erwartet und keine Ballerspiel aus der Egoperspektive. Die mag ich ja nicht. Aber jetzt habe ich es gekauft, jetzt wird es auch gespielt.
Von der Story habe ich wenig bis gar nichts verstanden, weil mir ja das Vorwissen komplett fehlt. Auch hat das Spiel kein großes Interesse diesen Nachteil auszugleichen und mir die Handlung schmackhaft zu machen. Was ich weiß: Ich bin eine Gummifrau in einer Metallrüstung, aus der man einen Ball machen kann. Den rechte Arm hat man ihr abgeschnitten, um eine Kanone zu montieren. Das ich eine Frau bin weiß ich nur, weil ich das bei den Kollegen von M!Games gelesen habe. Okay, die verrieten in ihrem Artikel auch mehr zur Geschichte des Spiels. Theoretisch weiß ich nun etwas mehr. Allerdings habe ich den auch erst nach dem Spielen gelesen. Auch finde ich, dass das eigentlich Aufgabe des Spiels wäre und nicht die einer Zeitschrift. Aber lassen wir das.
Ich ballere mich also erstmal durch das Tutorial und lasse mich als Heldin vom Kanonenfutter, pardon, den Soldaten feiern. Dann werde ich durch ein Portal gesaugt und lande auf einem Urwald-Planeten. Dort gibt es ziemlich abgedrehtes Zeug, welches man lieber erstmal mit dem Blaster desinfiziert. Um die nächste Ecke wird es dann erstmals interessant, denn es wartet ein Schalterrätsel auf uns. Ja, es ist ziemlich simpel und man kann es auch mit abgeschalteten Hirn lösen.
Schließlich öffnet sich die Spielwelt und wir bekommen ein Motorrad, damit wir damit durch die Wüste reisen können. Die ersten Minuten macht das auch ziemlich Spaß. Doch nach einer Weile merkt man, dass das eigentlich nur die Spielzeit künstlich streckt, indem man uns immer wieder von einem zum anderen Ort (und zurück) schickt. Das ist ziemlich Mist. Das man das Bike auch erst benutzen darf, wenn man sich entsprechend umgezogen hat, absoluter Schwachsinn. Wenn ich nackt durch die Wüste rasen will, dann kann ich das. Mein fahrerisches Können hängt doch nicht von der Bekleidung ab!
Auf Dauer hat Metroid Prime 4: Beyond nicht viel zu bieten. Nach den ersten Stunden hat man gefühlt alles gesehen, alles erlebt. Was folgt ist reine Beschäftigungstherapie. Laut den Kollegen von M!Games braucht man 13-15 Stunden um das Spiel zu beenden. Ich bin nun gut sieben Stunden unterwegs und habe seit mehr als drei nichts neues mehr erlebt. Nochmal die gleiche Zeit will ich eigentlich nicht mehr in das Spiel stecken. Andererseits bin ich aber froh, dass das Nintendo nicht auf 30-40 Stunden gestreckt hat. Zutrauen würde ich ihnen das ja.
Gekauft habe ich mir übrigens die Switch 2 Version auf Cartridge. Das Spiel ist komplett auf dieser enthalten, was auch das Upgrade-Pack inkludiert. Allerdings wollte es vor dem Spielstart noch einen Patch herunterladen, der bei mir 2,1 GB belegt. Technisch macht es sowohl im Handheld-Modus, als auch auf dem großen Bildschirm eine ziemlich gute Figur. Die Grafik ist detailliert, hübsch und effektenreich. Die Geräuschkulisse und der Soundtrack stehen dem in nichts nach. Letzterer ist zwar nicht ganz mein Geschmack, er passt aber gut ins Spiel und wirkt auch nie aufdringlich. Das passt schon. Die Steuerung funktioniert auch ganz gut, das meine Hände für die mickrigen Nintendo-Geräte zu groß sind, kann das Spiel ja nichts. Ich würde euch aber einen Pro Controller oder ein vergleichbares Gerät sehr empfehlen, vor allem wenn ihr am großen Schirm spielt.
Ja, Metroid Prime 4: Beyond ist alles andere als ein perfektes Spiel. Es ist auch bei weitem nicht so gut, wie uns die M!Games gerne glauben lassen würde. Es ist aber auch keinesfalls so eine Katastrophe, wie es das Internet darstellt. Auch werden Fans "ihre" Spiele immer in einem anderen Licht betrachten, als der Rest es tut. Bei ihnen kochen auch gerne schnell die Emotionen über. Das sollten wir nicht so ernst und schon gar nicht als Maßstab nehmen.






Meine Meinung
Ganz persönlich finde ich Metroid Prime 4: Beyond gar nicht so schlecht und habe es auch eine Weile gerne gespielt. Ja, mich überraschen diese Worte genauso wie euch, mag ich diese Ballereien doch nun wirklich nicht. Sicherlich war ich auch von Neugier getrieben, schließlich ist das für mich ein neues Spiel auf neuer Hardware gewesen. Ich bleibe aber dabei: wer generell solche Spiele mag, kein Fan ist und sich gerne beschäftigen lässt, sollte sich das Spiel ruhig mal ansehen. Es hat definitiv seine spaßigen Momente, auch wenn man diese lange suchen muss.
Metroid Prime 4: Beyond von Retro Studios/Nintendo
für: Switch und Switch 2 im eShop
Preis: 59,99 € (Switch) bzw. 69,99 € (Switch 2)