Good Bye, Xbox!
Phil und Sarah haben die Xbox-Sparte auf Kollisionskurs mit dem Eisberg gebracht, hüpften aber letzte Woche dann doch schon vorab über Board. Nun sitzt Microsoft's KI-Tante am Ruder und befiehlt volle Fahrt voraus in den Untergang.
Die aktuelle Xbox Series X|S wird die letzte Konsolengeneration von Microsoft sein. Das wissen wir nun schon eine Weile, denn das nächste Ding ist wohl ein reiner Gaming-PC mit Xbox-Logo. Vielleicht kommt der nicht mal mehr von Microsoft selbst, sondern wird wie schon beim ROG Xbox Ally von einem Drittanbieter (wie ASUS) gefertigt und vertrieben.
Ich habe Microsoft inzwischen fast vollständig aus meinem Leben verbannt, weil mir der Kurs des Unternehmens (Abos, KI etc.) schon lange missfällt. Auch sind deren Produkte inzwischen aufgeblähte Flickwerke, die nur mehr von ein wenig Klebeband zusammengehalten werden. Ich schaue da besonders in Richtung Windows und Office - beides Jahrzehnte lange Begleiter in meinem Berufs- und Privatleben. Doch inzwischen machen sie mehr Ärger, als sie einem nützen.
Bis auf die Xbox habe ich mich bereits erfolgreich von den Produkten aus Redmond gelöst. Die Xbox wollte ich eigentlich noch bis zu ihrem natürlichen Ende weiternutzen, habe mir aber Anfang des Jahres dann doch eine Nintendo Switch 2 geholt. Neue Spiele kommen mir seit diesem Zeitpunkt nur noch für den Japaner ins Haus. Wie sich herausgestellt hat, war das wohl eine gute Entscheidung, denn das Xbox-Aus scheint näher zu sein, als ich ursprünglich dachte, denn das Ruder herumreißen kann wohl keiner mehr.
Die Xbox-Sparte wird wohl einen auf Sega machen, sich von der Hardware lösen und sich voll und ganz auf ihre Spiele konzentrieren. Sega hat ja vorgemacht, dass das funktionieren kann. Aber damals waren noch ganz andere Zeiten, die Branche jung, wild und bereit für Abenteuer. Das ist heute nicht mehr der Fall. Zu teuer sind die Produktionen geworden, da kann man sich das einfach nicht mehr erlauben.
Microsoft hat sich zudem an ihrem Game Pass Abo festgebissen, obwohl das Konzept nicht aufgeht. Seit der Preiserhöhung im ve3rgangenen Herbst stagnieren die Nutzerzahlen, Neuregistrierungen sind spürbar zurückgegangen. Dieses Jahr werden die Nutzerzahlen aber definitiv rückläufig sein, denn bei vielen läuft das vorausbezahlte Abonnement in den kommenden Monaten aus und der neue Preis wird viele davon abhalten, es zu verlängern. Ein weiteres Problem ist aber auch, dass der Game Pass schon seit knapp einem Jahr stark an Attraktivität verloren hat. So nimmt Microsoft nun regelmäßig Spiele aus dem Abo heraus, um sie ein paar Monate später als neu wieder hinzuzufügen. Neue Titel sind oft auch olle Kamellen, die man im Keller der jüngsten Zukaufe gefunden hat. Dazu kommen dann kleinere Indie-Titel, die man ohne Game Pass meist für 10-15 € bekommt.
Selbst wer Mathe in der Schule verpennt hat (wie ich), kann sich ausrechen, dass das Abo in den meisten Fällen inzwischen teurer ist als der Kauf der Spiele, die einem wirklich interessieren. Und seit dem Demos wieder in Mode gekommen sind, hat der Game Pass auch seine Berechtigung als günstige Möglichkeit zum Ausprobieren von neuen Spielen verloren. Aber lassen wir das.
Ihr seht schon, worauf ich hinaus will: Microsoft hat mit ihrem gewählten Kurs Fans und treue Kunden verunsichert und Vertrauen verspielt. Das bekommen sie nicht wieder. Machen sie ja nicht zum ersten Mal. PC-Spieler haben sie bereits vor Jahren vergrault. Erinnert ihr euch noch an Games für Windows live?! Das hat Microsoft einfach eingestellt, die Server abgeschaltet und viele hundert Spiele, die den Dienst genutzt haben, unspielbar gemacht. Und Microsoft wundert sich allen ernstes darüber, dass PC-Spieler nichts bei ihnen mim Store kaufen...
Nochmal kurz zurück zur Personalie: der Weggang von Phil Spencer war ja schon hier und da in Gerüchten aufgetaucht. Er verlässt das Schiff bevor es untergeht. Sarah Bond wäre seine natürliche Nachfolgerin gewesen, doch offenbar hat man sich entschieden die Führung lieber in KI-Hände zu legen. Daraufhin hat sie wohl auch den Hut genommen. Keine der beiden Frauen ist eine gute Wahl, denn beide haben von Videospielen überhaupt keine Ahnung und spielen selbst nicht. Doch das sollte eigentlich eine Voraussetzung für den Posten des Xbox-CEO sein. Das die KI nun wohl verstärkt Einzug im Xbox-Bereich haben wird, ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Das ist nicht nur für uns Spieler eine schlechte Nachricht, sondern vor allem für jene kreative Köpfe, die uns damit bisher versorgt haben. Die landen wohl über kurz oder lang auf der Straße. Ich bin mir sicher, bis zum Sommer werden viele auf die Straße gesetzt, Studios geschlossen, Spiele eingestellt und damit die Bilanz für Investoren verschönert. Doch das beschleunigt nur das Ende, da bin ich mir absolut sicher.
Good Bye, Xbox! Wir hatten vier Generationen lang Spaß miteinander. Schade, dass Du gehst!