Edgar Allan Poe's Interactive Horror: 1995 Edition
Als dieses Spiel 1995 erschien, hatte es einen einfach zu merkenden Namen: The Dark Eye. Mit den Schwarze Auge Rollenspielen hatte es aber nichts zu tun und deshalb hat man wohl bei der Wiederveröffentlichung keine rechtliche Auseinandersetzung mit der bekannten Marke riskieren wollen und sich für einen extrem langen Titel entschieden.
Wir haben es hier mit einer Portierung auf moderne System zu tun, also dem unveränderten Originalspiel. Dabei hätte es durchaus ein Remaster verdient, denn die Grafik gefiel uns anno 1995 schon nicht sonderlich gut. Damals habe ich es aber nur kurz angespielt, den eigentlichen Test für die GamesWorld hat jemand anders gemacht. Über die Grafik waren wir uns aber einig. Heute kommt hinzu, dass das auf modernen Flachbildschirmen auch noch ganz anders wirkt, als auf den alten CRT's. Entsprechend ist es natürlich auch noch im 4:3-Format, rechts und links sehen wir also schwarze Balken. Unschön.
Womit uns das Spiel aber schon damals begeistern konnte, waren dien Puzzles und die Geschichte, die es uns erzählt. Beides war so gut, dass man die mangelhafte Optik auch mal verzeihen konnte. Hinzu kam ein atmosphärischer Soundtrack und Sprachausgabe. Das war damals auch dem neuen Medium, der CD-ROM, zu verdanken. Der Soundtrack stammt übrigens von Thomas Dolby und als Sprecher hat man William S. Burroughs verpflichtet - beides keine gänzlich Unbekannten. Neben der englischen Tonspur gibt es auch eine französische, aber leider keine deutsche. Das haben wir damals auch bemängelt, denn die CD hätte dafür durchaus noch Platz gehabt. Deutsche Texte gab und gibt es im Spiel auch weiterhin keine, man sollte deshalb schon einigermaßen fit in Englisch oder Französisch sein.
Als historische Zeitreise ist Edgar Allan Poe's Interactive Horror: 1995 Edition sicherlich ganz nett, besonders wenn man damals einen Bezug zum Spiel hatte. Doch wie spielt es sich denn ann0 2026 denn nun eigentlich?
Die Rätsel sind durchaus noch genauso fordernd wie damals, denn ich konnte mich an keine Lösung mehr erinnern. Mit Logik kommt man aber nicht immer ans Ziel und darf des Öfteren um mehrere Ecken denken. Damals waren wir das so gewohnt, heute empfinde ich es eher nicht so toll. Der Perspektivenwechsel war damals auch neu und besonders, inzwischen hat man das aber in vielen anderen Spielen auch schon erlebt. Das Schlimmste ist aber wohl die Steuerung, die man so gar nicht mehr gewohnt ist. Für die braucht man Maus und Tastatur, eine Alternative hat man nicht geschaffen. Somit disqualifiziert es sich auch vom Einsatz auf PC-Handhelds. Ironischerweise wäre aber die Grafik auf den kleinen Bildschirmen wohl deutlich besser zu ertragen...








Meine Meinung
Als persönliche Zeitreise fand ich den Ausflug in The Dark Eye ganz nett und unterhaltsam. Spielerisch konnte es mich anno 1995 deutlich mehr fesseln, als es das heute tut. Klar, die Spielinhalte funktionieren grundsätzlich immer noch, die Geschichte ist auch spannend erzählt. Aber heute gibt es dutzende Spiele dieser Art, die allesamt deutlich besser aussehen...
Edgar Allen Poe's Interactive Horror: 1995 Edition von Inscape
für: PC (Windows) bei Steam
Preis: unbekannt; Spiel erscheint am 15. Februar 2026