AereA

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AereA

AereA erschien schon vor ein paar Jahren für den PC. Nun endlich gibt es das CoOp-Action-Rollenspiel auch auf Konsolen. Ich habe mir die Version für Xbox, und zwei Kinder (hab nur drei Controller; man kann aber zu viert los ziehen) geschnappt und mich in das Musical gestürzt.

Musik spielt eine große Rolle. Sie kommt nicht nur aus den Lautsprechern, sondern ist thematischer Bestandteil der Handlung. Wir sind nämlich Schüler an einer Kampfakademe für Musikus. In der Welt des Spiels ist die Musik nämlich mächtiger als das Schwert oder so ähnlich. Wir verhauen Feinde nämlich immer noch sehr klassisch mit unseren Musikinstrumenten. Somit spielt es sich doch recht gewohnt, bei ungewohnten Setting.

Zu Beginn wählt man einen Helden aus. Die sind alle männlich, was etwas schade ist. Das fand Sophie auch, die lieber ein Mädel gespielt hätte. Im Prinzip werden die klassischen Rollen bedient. Wir haben einen Kämpfer, einen Magier, einen Fernkämpfer und einen Pistolero (Schurken).

Sophie hat sich schließlich für Wolff entschieden, der mit seiner Harfe Pfeile verschießt und sein Outfit Robin Hood geklaut hat. Ich spielte Jaques, der mit seinem Cello einen auf Schwertkänpfer. Draufhauen kann der Alte Dach am besten, haben die Kinder entschieden. Tommy hingegen wollte sich nicht festlegen. Anfangs spielte er den Pistolero Claude, der seine Trompeten schwingt, als hätte er zu viel Clint Eastwood gesehen. Später wechselt er dann aber zu Jules, der sein Instrument für eine Fackel hält. Das ging, den mit jedem Spielstart kann man seinen Spielcharakter unabhängig vom Fortschritt im Spielstand wählen. So kann jeder mal jede Rolle spielen, was sehr nett ist.

Anfangs wird man von Spiel fest an die Hand genommen und einem erstmal alles beigebracht. Tutorials sind ja leider ein notwendiges Übel und AereA bestätigt das eindrucksvoll. Mir gehen sie ja generell auf die Nerven, denn ich spiele seit über vier Jahrzehnten Computerspiele und komme aus einer Zeit, in dem man sich das Spiel selbst erschließen musste (denn der imaginäre Hund fraß auch meine Handbücher). Hier aber fühlten sich die zwei Kids auch vom Spiel verarscht (ihre Worte). Wie man seine Spielfigur bewegt, dass wissen sie halt auch schon seit sie nicht mehr am Fläschchen nuggeln.

Da hilft es dann auch nicht, dass die Tutorial-Mission ein Besuch im Keller zum Ratten erschlagen ist. Ich musste da herzlich lachen und den beiden erklären, dass das in fast jedem Rollenspiel der letzten 40 Jahre eine der ersten Aufgaben für den frischen Helden ist. Dann fanden sie das auch ziemlich lustig und haben brav Ratten mit ihren Musikinstrumenten verhauen.

Die Musikschule ist der zentrale Hub des Spiels. Dort verbessern wir unsere Fertigkeiten,, füllen unsere Taschen mit Heiltränken und bekommen natürlich auch neue Aufgaben. Die erfüllen wir dann an unterschiedlichen Schauplätzen in der Spielwelt, die wir per Teleporter und Luftschiff bereisen. Die Handlung ist abgedreht,, ein wenig generisch aber durchaus unterhaltsam. Den Kids hat sie deutlich besser gefallen, als mir. Aber ich hatte auch meine Spaß - zumindest im Spiel mit den zwei. Abends habe ich dann nämlich eine Solo-Partie gestartet und nach einer guten Stunde abgebrochen. Der Spaß war weg, denn die negativen Punkte rückten mehr in den Fokus. Beim gemeinsamen Spiel stört man sich deutlich weniger daran oder sie fallen auch nicht so ins Gewicht.

Technisch merkt man den Spiel sein Alter leider auch an. Es war am PC schon optisch eher nicht so toll. Inzwischen fällt einem das noch deutlicher auf. Man kann sich aber an den Grafikstil und dessen Mängel gewöhnen. Viel wichtiger ist wohl die Frage, wie sich das Spiel mit musikalischem Thema denn anhört. Durchwegs klassisch gut. Das man auf klassische Musik setzt ist natürlich clever, denn die ist ja gemeinfrei. Sie passt natürlich auch ziemlich gut zum Setting des Spiels und ist ein atmosphärischer Bonus. Sogar den Kids gefiel sie gut, obwohl die Klassik sonst nicht mal mit der Zange anfassen würden.

Die Steuerung mit dem Controller funktioniert gut und man hat sie recht schnell verinnerlicht. Das liegt auch daran, dass sie sich auf wenige Tasten beschränkt. Gut so. Gespielt haben wir natürlich in Englisch, denn die Kids können ja kein Deutsch. Für meinen Solo-Anlauf habe ich dann aber auf "DEUTSCHE" umgestellt. Ihr ahnt es schon: die Übersetzung hat ziemliche Mängel, die aber irgendwie auch saukomisch sind. Jedenfalls waren sie das für mich, denn ich kannte das ja schon aus der englischen Spielsitzung mit dem Kids und wusste daher, was man mir eigentlich mitteilen wollte. Interessehalber habe ich dann auch noch kurz "ESPANOL" ausprobiert und für deutlich besser befunden als die Deutschen. Aber hey, wenn wundert das schon...

Meine Meinung

AereA ist ein charmantes Action-Rollenspiel wenn man es mit Freunden spielt. Alleine hat man deutlich weniger Spaß daran. Auch sollte man sich klar sein, dass das Spiel ein paar Mängel hat, die den Spielspaß etwas trüben könnten. Anderseits ist die Handlung aber schön und anders und lässt einen manches wohlwollend übersehen. Kann man spielen, muss man aber nicht,

AereA von Triangle Studios/SOEDESCO

für: PC (Windows), PlayStation 5 und Xbox Series X|S
Preis: 9,99 € (PC), 14,99 € (Konsole)
Link: Spiel bei Steam und im Xbox Store